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Unterlassung der Hilfestellung

Hat den werten Leser schon einmal eine Zecke gebissen?
Wenn ja, dann weiß er, wie unangenehm es ist, so ein Mistviech an seinem Bein zu entdecken, das gerade dabei ist, einem das Blut herauszusaugen. DAS beweist: Es gibt Vampire! Wer hätte aber gedacht, dass das widerwärtige, kleine Biester sind?!
Man stelle sich vor, ich musste eines dieser Kreaturen (Die Natur weiß (hoffentlich), warum sie sie hervorgebracht hat) Sonntagfrüh an meinem Bein entdecken. Grandios, das Scheusal hatte bereits angefangen, zu saugen. D.h. es wollte einfach nicht mehr loslassen. Der Kopf war gar nicht mehr zu sehen, steckte gänzlich in mir drin. Wirklich widerlich, und ich habe onehin schon eine Paranoia vor den Dingern. Jerrry meinte, das Vieh kriegt er nicht raus.
Was also tun?
Im Internet steht überall: "Wenn Sie es sich nicht zutrauen, den Zeck selbst vollständig entfernen zu können, suchen Sie einen Arzt auf."
Also: Arzt aufsuchen.
Wo gibt es verfügbare Ärzte Sonntagmorgen? - Im Krankenhaus.
Also fuhren Jerry und ich quer durch Wien ins KH, irrten durch die Gänge, bis wir die Notaufnahme fanden. Bestandsaufnahme. Das heißt man muss erst mit einer Pflegerin sprechen, bevor man sich anstellen darf, aufgenommen wird und dann bis zum Aufruf warten kann.
Schon mit der Vorstellung vor Augen, dass mir gleich endlich jemand helfen, und das Mistvieh aus meinem Bein ziehen würde, ging ich zur Bestandsaufnahme hinein.
"Ja?"
"Ich hab einen fiesen Zeckenbiss am Bein..."
"Dann gehen Sie in die Apotheke, kaufen sich eine Zeckenzange und ziehen ihn raus."
"Ja, aber..."
"Haben Sie es schon versucht?"
"Ja!"
Die Pflegerin drückte mir einen Zettel in die Hand. "Lesen Sie das durch. Wir machen das hier nicht.", sagte sie unfreundlich und wies uns hinaus.
Auf dem Zettel steht: Sie sind wegen Zeckenbiss in die NOtaufnahme gekommen... blabla.. SIe sind aber kein Notfall!
Das ist doch eine Frechheit sondergleichen!
Überall heißt es momentan, dass man sich vor Zecken in Acht nehmen solle, wie gefährlich die Biester sind, dass sie viele Krankheiten übertragen, usw. und dass man besser einen Arzt aufsuche, als beim Eigenversuch, das Biest zu entfernen, mehr Schaden als Nutzen anzurichten. Und dann so was!
"Wir machen das hier nicht."??
Ich konnte einfach nicht fassen, dass ich so im Stich gelassen wurde.
Weißt du, werter Leser, man muss sich mal darüber klar werden, dass der Staat Unmengen von Geld in einen neuen Pratervorplatz gepumpt hat, Kohle dafür ausgibt, dass wir uns zu einem Polizeistaat entwickeln (Regierungstrojaner, Kommunikationsdatenfreigabe, etc.), und andererseits wird man dann nicht behandelt, wenn man wegen einem Zeckenbiss ins Krankenhaus geht. In Wien! In einem Gebiet mit FMSE-Gefahr!
Ich kann das nicht verstehen.
Ich kann das einfach nicht verstehen.
Das ist für mich, als würde man Menschen mit gebrochenen Beinen sagen: Nehmen Sie sich ein Stück flaches Holz und schienen sich das Bein selbst.^^

Wir haben den Zeck am Ende selbst herausziehen müssen. Eine schreckliche Prozedur, ich liegend auf der Couch, in ein Kissen heulend (Paranoia, wie gesagt), Jerry an meinem Bein herumoperierend. Und natürlich ist der Kopf stecken geblieben.
Echt toll! Wenn ich in einem Monat Borreliose habe, informier ich mich ernsthaft darüber, ob man das AKH Wien, bzw. den Staat auf Unterlassung der Hilfestellung verklagen kann!

26.6.08 05:21
 


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